Kurzzeitkennzeichen - Alle wichtigen Informationen

Kurzzeitkennzeichen - Die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Das Kurzzeitkennzeichen ist eine günstige und schnelle Variante um z.B. eine Probefahrt zu unternehmen oder ein Fahrzeug zu überführen. Seit 1988 ist das Kurzzeitkennzeichen in Deutschland vertreten und für die Ablösung des roten Kennzeichens verantwortlich, welches heutzutage nur noch als das „Händlerkennzeichen“ bekannt ist.

Das Kurzzeitkennzeichen ist auch als das gelbe Kennzeichen bekannt. Dies ist auf das Aussehen der Kennzeichen zurückzuführen.

Kurzzeitkennzeichen Versicherung beantragen

Möchte man ein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen, benötigt das Fahrzeug eine KFZ-Versicherung. Somit müssen auch die Fahrten mit Kurzzeitkennzeichen versichert werden. Eine Kurzzeitkennzeichen Versicherung wird in Form einer eVB-Nummer ausgestellt. Diese kann man sehr preiswert und schnell online erwerben. Es müssen lediglich die Versicherungsnehmerdaten eingetragen werden. Sofort erhält man eine E-Mail oder eine SMS mit einer gültigen eVB-Nummer zugesandt.

Ein Versicherungsschutz ist nur als Haftpflichtversicherung erhältlich. Es gibt evtl. die Möglichkeit mit der Versicherungsgesellschaft, bei der man anschließend das Fahrzeug versichert, etwas Anderes zu vereinbaren. Dies ist dann aber nicht die klassische Kurzzeitkennzeichen Versicherung.

Verfügen Sie über eine eVB-Nummer für ein Kurzzeitkennzeichen, können Sie zur Zulassungsstelle gehen und ihr Fahrzeug anmelden.

Aussehen des Kurzzeitkennzeichens

Das gelbe Kennzeichen unterscheidet sich in vielerlei Punkten von einem normalen amtlichen Kennzeichen. Gemeinsam haben die amtlichen Kennzeichen und die Kurzzeitkennzeichen nur die DIN zertifizierten Maße von max. 520 mm Breite und 130 mm Höhe, die Stadtkennung auf der linken Seite (z.B. F = Frankfurt am Main) gefolgt von der blauen Stempelplakette des jeweiligen Zulassungsbezirks. Alles Weitere unterscheidet sich sowohl im Aussehen, als auch in der Bedeutung.

Das Kurzzeitkennzeichen hat am linken Rand kein Eurofeld, dafür aber einen gelben rechten Rand mit 6 schwarzen untereinander gedruckten Zahlen. Diese Zahlen sind das Gültigkeitsenddatum des Kennzeichens. Der Ablauftag, -monat, und das Ablaufjahr werden beim Prägen des gelben Kennzeichens eingestanzt.

In der Mitte des Kennzeichens ist eine 6-stellige Nummer die immer mit einer 03 oder einer 04 beginnt. Eine 03 wird vergeben, wenn das anzumeldende Fahrzeug über keinen gültigen TÜV verfügt, eine 04 erhält man demnach für ein anzumeldendes Fahrzeug mit einem gültigen TÜV.

Hat man keinen gültigen TÜV und Kurzzeitkennzeichen mit der Anfangszahl 03, schränken sich die erlaubten Fahrten mit dem Fahrzeug erheblich ein.

Aussehen des Kurzzeitkennzeichens
Aussehen des Kurzzeitkennzeichens:
  1. Zulassungsbezirk
  2. Die amtliche Stempelplakette
  3. Erkennungsnummer
  4. Kennzeichennummer
  5. Ablaufdatum: Tag, Monat und Jahr

Erlaubte Fahrten mit einem Kurzzeitkennzeichen

Das Kurzzeitkennzeichen hat am 1. April 2015 eine große rechtliche Veränderung erdulden müssen. War es bis zum 1. April 2015 gestattet Überführungsfahrten, Probefahrten und Prüfungsvorfahrten vorzunehmen, ist es seitdem nicht mehr gestattet eine Prüfungsfahrt zu unternehmen.

Einer der Gründe für das Streichen der Prüfungsfahrten ist, dass der Gesetzgeber grundsätzlich nur noch Fahrzeuge im Straßenverkehr sehen möchte, die über einen gültigen TÜV verfügen.

Liegt keine gültige HU vor, kann die Zulassungsstelle jedoch eine Einzelgenehmigung (Betriebserlaubnis) erteilen. So eine Einzelgenehmigung ist mit der Auflage nach § 16a FZV versehen, die besagt, dass es erlaubt ist bis zur nächstgelegenen Begutachtungsstelle zur HU und Sicherheitsuntersuchung zu fahren. Sollten dabei Mängel festgestellt werden, kann auch eine Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt für Reparaturen angefahren werden.

Das Kurzzeitkennzeichen mit der Anfangszahl 04 darf jedoch auch nicht für alle Zwecke verwendet werden.

Private Fahrten, die nichts mit einer Probefahrt oder der Überführung des Fahrzeugs zu tun haben, sind nicht erlaubt. Ein Kurzurlaub oder eine kurze Shoppingtour sind demzufolge nicht gestattet. Das Kurzzeitkennzeichen dient ausschließlich den Fahrten die zur Überführung des Fahrzeugs benötigt werden oder denen eine konkrete Kaufabsicht gegenübersteht.

Das Kurzzeitkennzeichen ist von seiner Gültigkeitsdauer auch so begrenzt, dass die erlaubten Fahrten ausführbar sind aber keinen weiteren zeitlichen Spielraum für viele privat veranlasste Fahrten ermöglicht.

Gültigkeitsdauer des Kurzzeitkennzeichens

Meldet man das Kurzzeitkennzeichen an der Zulassungsstelle an und lässt sich die Kennzeichen anschließend prägen, wird in das gelbe rechte Feld das Datum des Gültigkeitsendes gestanzt. Das Gültigkeitsende ist immer am 5. Tag ab dem Tag der Anmeldung.

Das gelbe Kennzeichen wird daher auch des Öfteren das 5-Tages-Kennzeichen genannt.

Es ist nicht möglich die Gültigkeitsdauer zu verlängern, zu verkürzen oder ein Enddatum vorzubestellen. Es gilt immer - 5 Tage ab dem Tag der Anmeldung - .

Ist das Enddatum überschritten, muss das 5-Tages-Kennzeichen vom Auto abgenommen und kann im normalen Haushaltsmüll entsorgt werden.

Es ist nicht nötig zur Zulassungsstelle zu gehen um das Kennzeichen entwerten zu lassen und es muss kein Anruf bei der Versicherungsgesellschaft erfolgen um die Versicherung zu kündigen. Das Kurzzeitkennzeichen und die Kurzzeitkennzeichen Versicherung erlöschen automatisch.

Beantragung des 5-Tages-Kennzeichens bei der Zulassungsstelle

Aufgrund der vielen missbräuchlichen Verwendung eines Kurzzeitkennzeichens ist die Anmeldung des 5-Tages-Kennzeichens verschärft worden.

Um eine Anmeldung durchzuführen, benötigt man nun folgende Dokumente:

  • Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung
  • Kurzzeitkennzeichen Versicherung (eVB-Nummer)
  • Wenn nicht für sich selbst angemeldet wird, eine schriftliche Vollmacht und Personalausweis des Bevollmächtigten und des Fahrzeughalters
  • Fahrzeugpapiere
  • HU-Bescheinigung
  • Für Firmen: Gewerbeanmeldung

Alle Unterlagen werden von den Zulassungsbehörden im Original verlangt.

Die Anmeldung des Kurzzeitkennzeichens können Sie bei der Zulassungsbehörde Ihres Hauptwohnsitzes oder an der des Fahrzeugstandortes durchführen lassen. Firmen können auch die Zulassungsstelle am Sitz Ihrer Betriebsstätte wählen.

Liegen Ihrer Zulassungsstelle alle Dokumente vor, stellt diese einen Fahrzeugschein mit der Kennzeichennummer und der Gültigkeitsdauer aus. Dieser Fahrzeugschein muss anschließend bei einem Schilderpräger vorgelegt werden. Der Schildermacher wird das Kennzeichen nach den Angaben im Fahrzeugschein prägen und darf keine Änderungen vornehmen. Ist dies erledigt, muss nur noch ein Gang zur Zulassungsstelle erfolgen um das Stadtsiegel zu erhalten.

Die Kosten des Kurzzeitkennzeichens

Die Kosten des Kurzzeitkennzeichens setzen sich aus mehreren Teilbeträgen zusammen:

  • Anmeldegebühr bei der Zulassungsbehörde ca. 10,00 € bis 13,10 €
  • Prägung des Kurzzeitkennzeichens ca. 10,00 € bis 30,00 € pro Platinen-Paar
  • Kurzzeitkennzeichen Versicherung ca. 34,00 € bis 60,00 €

Kurzzeitkennzeichen im Ausland

Das Kurzzeitkennzeichen ist innerhalb Deutschlands gültig. In einigen Ländern außerhalb Deutschlands ist die Fahrt mit einem deutschen Kurzzeitkennzeichen ebenfalls gestattet, hierfür wird aber zusätzlich eine grüne Karte benötigt. Im Ausland weist nicht die eVB-Nummer, sondern die Grüne Karte den gültigen Versicherungsschutz aus.

Auf der grünen Karte sind auch alle Länder verzeichnet, die die deutschen Kurzzeitkennzeichen akzeptieren.

Steht das Reisezielland nicht auf der grünen Karte, wird zur Beantragung eines Ausfuhrkennzeichens geraten.

Es wird auch dringend angeraten, sich vor Antritt der Reise eine Information bezüglich der Akzeptanz eines Kurzzeitkennzeichens einzuholen, da Erfahrungsgemäß auch Länder die auf der grünen Karte verzeichnet sind, die Fahrzeuge beschlagnahmen oder Geldstrafen auferlegen.

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Kfz-Ratgeber